Abmahnung und Arbeitszeugnis prüfen
Abmahnungen und Arbeitszeugnisse begleiten unterschiedliche Phasen eines Arbeitsverhältnisses. Beide Dokumente können die weitere berufliche Entwicklung beeinflussen und sollten deshalb sachlich geprüft werden.
Abmahnung
Eine Abmahnung beanstandet ein konkretes Verhalten und warnt regelmäßig vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen. Zu prüfen sind unter anderem der tatsächliche Sachverhalt, die Bestimmtheit des Vorwurfs, die Verhältnismäßigkeit und die rechtliche Bedeutung für das Arbeitsverhältnis.
Als Reaktion kommen je nach Fall ein klärendes Gespräch, eine schriftliche Gegendarstellung, die Aufforderung zur Entfernung aus der Personalakte oder gerichtliche Schritte in Betracht. Eine spontane, emotionale Stellungnahme ist selten hilfreich.
Arbeitszeugnis
Ein Arbeitszeugnis soll klar und verständlich sein und die Tätigkeit zutreffend beschreiben. Bei einem qualifizierten Zeugnis werden außerdem Leistung und Verhalten bewertet. Geprüft werden können Vollständigkeit, Tätigkeitsbeschreibung, Bewertungsformulierungen, Schlussformel und formale Anforderungen.
Unterlagen für die Prüfung
- Abmahnung oder Zeugnis im vollständigen Wortlaut
- Arbeitsvertrag und Tätigkeitsbeschreibung
- relevante Korrespondenz und Nachweise
- frühere Zwischen- oder Arbeitszeugnisse, falls vorhanden
Ob und welcher Schritt sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall und den Zielen des Arbeitnehmers ab.